verschärfte Bedingungen

ich hatte die Tage das Glück mit ein paar Menschen aus dem Rental Bereich zu sprechen. Nicht, dass ihnen die blanke Angst ins Gesicht geschrieben steht, aber sie haben alle große Sorgen. Der Druck auf die Preise ist enorm und die zu stemmenden Investitionen ebenfalls.
Noch lässt sich das alles einigermaßen organisieren, denn derzeit sind Kredite einigermaßen bezahlbar – eigentlich. Nur stimmt meist das Rating nicht. Sprich der Koeffizient zwischen Eigenkapital, Bilanzsumme und Verbindlichkeiten. Was soviel bedeutet wie : es gibt keine Kreditzusage.

Schön für den, der keine Banken braucht, weil er von der durch öffentlich rechtliche Aufträge gut genährten Bavaria Film Kredite erhält. Hier mal ein paar Zahlenbeispiele:

Cine Mobil
Bilanzsumme 8.400.000
Verbindlichkeiten 7.581.000
Eigenkapital 369.900

Arri Rental
Bilanzsumme 14.708.000
Verbindlichkeiten 1.923.000
Eigenkapital 11.744.000

Cinegate (2010)
Bilanzsumme 4.854.000
Verbindlichkeiten 4.208.000 (auch hier keine Bankverbindlichkeiten – PRG)
Eigenkapital 440.472

NEU – Cinegate 2011

Bilanzsumme 2.918.000
Verbindlichkeiten 5.133.000  (davon 3.979.000 an PRG)
Eigenkapital -176.131  (negatives Eigenkapital)

Ludwig Kameraverleih
Bilanzsumme 2.400.000
Verbindlichkeiten 1.373.000
Eigenkapital 841.000

Camelot Broadcast Service, Berlin
Bilanzsumme  2.194.500
Verbindlichkeiten 1.489.190
Eigenkapital 697.368

MBF Frankfurt
Bilanzsumme  2.881.7784
Verbindlichkeiten 365.794
Eigenkapital 1.906.708

MCA
Bilanzsumme 4.814.000
Verbindlichkeiten 3.590.000 (auch öffentlich rechtliche Gelder)
Eigenkapital 976.000

FGV Schmidle München
Bilanzsumme 3.400.000
Verbindlichkeiten 819.000
Eigenkapital 1.924.000

Maier Bros
Bilanzsumme 1.760.000
Verbindlichkeiten 1.381.000
Eigenkapital 290.145

Die Liste lies sich prima fortsetzen, kann aber jeder unter http://www.bundesanzeiger.de selbst machen. Was den Unterschied ausmacht sind die Haftungsrisiken. Bis auf MCA und Cine Mobil haften ausnahmslos private Gesellschafter. Richtig, auch der Gesellschafter der Cinegate ist ein privater, wenn auch eine Art von Finanzinvestor. Er wird sich gut überlegen, ob er den Ausfall der Darlehen riskieren will.

Das Verleihgeschäft ist also mehr als nur die Lieferung der richtigen Technik zum richtigen Zeitpunkt. Es scheint eine Gratwanderung zwischen Investitionen und Preisen zu sein – nur leider unter nicht sehr fairen Marktbedingungen. Denn der Zugang zum Geldmarkt, zu den Krediten ist sehr unterschiedlich gelöst

Wie heisst es im Rundfunkstaatsvertrag? muss das selbst nochmal nachlesen. Einem private Investor Vergleich hält das nicht stand. Sprich Firmen mit solch miesen Bilanzen dürften keine öffentlich rechtlichen Firmen sein.

– und heute kam dann das Update der Bilanz Cinegate zum 31.12.2011 – da schaut es nicht lustig aus. Die neuen Daten hab ich oben korrigiert – rein formell nennt man das Überschuldung – diese ist nur abgewehrt durch einen Rangrücktritt der Gesellschafter für ihr ausgereichtes Darlehen.  Wir sind sehr gespannt, wie lange das bei Cinegate noch gut geht.

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wann eigentlich

wann endlich kommt denn der große aufschrei der branche? es gibt doch verbände, wie den vtff – oder den vffv. auch der produzenten allianz sollte dies alles nicht ganz egal sein. am ende verschwindet ein gesunder (oder halb kranker) funktionierender markt an freien dienstleistern. sprich die produzenten bekommen dann am ende einfach beistellungen der sendereigenen technikfirmen. damit sinken die budgets und auch gestaltungsspielraum und hu und gewinn anteile.abgesehen davon, dass marktbeherrschung auch nicht für die preisfindung förderlich ist.  bei produktionen der degeto ist das eh schon quasi der fall, dort werden, so hört man, die dumping preise unserer freunde aus münchen schon vorgegeben, auch wenn diese nichts mit der realität zu tun haben.

achja – vtff. schaut man sich die liste der mitglieder an muss man sich auch nicht wundern, da sind ganz viele öffentlich rechtliche firmen mit drin, da wird man sich vermutlich eher nicht weh tun.

tschüß Studio Hamburg

war doch noch ein längeres gezeter – aber jetzt ist schluss mit lustig. schluss, aus, ende gelände – studio hamburg filmtechnik ist nicht mehr. alles was noch zu retten war sind 6 (!) arbeitsplätze, die anderen wurden gekündigt.

die kamera abteilung zieht erst mal zu cine mobil rüber (ihr wisst schon, das ist dort wo mal panther rental war), dann wird auf dem studio hamburg gelände umgebaut und bald sind die bayern überall. bayerisch kurse gibts dann in der kantine, jeden montag abend.

lustig – wenn dann noch cinegate dazu stößt, hm wer zieht dann wohin? ein graus für die kurier unternehmen, die bisher ganz gut zu tun hatten mit fahrten für diverse untervermietungen der rental häuser – und ihr hamburger? ihr findet das alles toll, bringt den bayern das fischessen bei und die bringen euch paar weisswürste.

hm beim thema fisch und bavaria fällt mir ganz zufällig ein:  von wo stinkt der fisch?

fehlt Geld?

heute gelesen: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/ard-und-zdf-blicken-in-die-roehre-den-oeffentlich-rechtlichen-fehlen-84-millionen/8144732.html

das ist ja gar nicht so viel – wie wäre es mit folgender Idee?

Rückforderung ausgereichter Darlehen an Öffentlich Rechtliche Tochter/Enkel Gesellschaften wie z.B.
Studio Berlin Brandenburg GmbH – 15 Mio EUR
Studio Berlin Adlershof GmbH 2 Mio EUR
Media City Atelier GmbH 2,5 Mio EUR
Cine Mobil GmbH 7,0 Mio EUR
Media Mobil GmbH 5,4 Mio EUR

Das wären schonmal knapp 32 Mio EUR – dazu noch die Realisierung aufgelaufener Gewinne bei den Öffentlich Rechtlichen Produktionsfirmen (da stehen alleine bei Studio Hamburg 12 Mio EUR, bei der Bavaria Film 13 Mio EUR) – und schnell wären diese Lücken zu schließen.

Ginge es dann schlechter? Natürlich nicht – ok die Cine Mobil, die MCA, die MMG und die SBB wären dann vermutlich pleite, das kann ja mal passieren. Wir würden einmal gemeinsam bedauern, aber traurig wäre niemand.

Was irgendwann aber passieren wird : die Rundfunk Gebühr wird steigen und wir werden alle gemeinsam dafür sorgen, dass weiterhin ungehindert, mit unserem Geld ein Stück freie Marktwirtschaft verschwindet.