noch ein Feuer

auch wenn es nicht das ist, was ich erst vermutete – die unten genannte Bavariapool Service GmbH ist nicht die noch weiter unten genannte Bavariapool International Coproductions GmbH. Das war ein klassischer Recherchefehler, zu große Freude vielleicht auch. Wobei es am Thema nix ändert – Geld ist Geld, und weg ist weg… hier der Original Text:

„Das Joint Venture Bavariapool Services GmbH mit Sitz in Geiselgasteig verfügt über die Größe, das technische Know-how, die personelle Stärke und die technische Ausstattung, um der ARD, dem ZDF, privaten Sendern, Studios, Unternehmen und Produzenten oben stehende – und gegebenenfalls weitere – Dienstleistungen kostengünstig anzubieten.“.
Was sie anscheinend nicht haben sind kaufmännische Fähigkeiten – aber vielleicht liegt hier (wie bei der Studio Berlin Adlershof, MCA, Media Mobil und offensichtlich auch der Cine Mobil) der Schlüssel beim Thema kostengünstig.
pool.

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Bilanz Kosmetik

Na ist denn schon Weihnachten? Wir lieben die pünktlichen Bilanz Veröffentlicher – unsere geliebte Cine Mobil war fleißig und schnell. Wie schade, nach wie vor ist die Bilanz alles andere als transparent – Ein Ergebnis nicht rauszulesen, da muss man wieder warten bis die Bavaria Studios und Produktions Service ihre Bilanz veröffentlicht um möglicherweise eine Ahnung zu bekommen, wie Ratz und Rübe ihre Geschäfte im vergangenen Geschäftsjahr gewirtschaftet haben. Aber ein paar höchstinteressante Erkenntnisse kann man doch finden. Und da ist viel Bilanzkosmetik drin.

Da haben die Herren ja fleißig eingekauft im Jahr 2012 – und billig war es auch. Wie billig kann man nur erahnen, viel Luft für die erste kosmetische Korrektur: cm anlage zuschreibung
Wir stellen hier nicht die Frage warum entweder die Berliner Union Film, oder die Firma Panther ihren Equipment Park für nen Apfel und nen Ei verkauft haben, eine Zuschreibung, sprich eine Aktivierung um 3 Mio EUR sehe ich allerdings als deutliche kosmetische Operation. Das erlaubt eine deutliche Erhöhung der Bilanzsumme. Wozu das gut ist? Kennzahlen, die mikrige Eigenkapitalquote war eh nie ein Thema, aber der Verschuldungsgrad einfach viel zu hoch, das kann man mal locker und einfach korrigieren.
Die Eigenkapitalquote wurde auch gleich in Ordnung gebracht – wobei das weniger eine kosmetische Operation, sondern eine finanzielle Transaktion war. Die gute Mutter hat mal eben 3,2 Mio EUR in die Kapitalrücklage einbezahlt. Nachgeschossen, Überlebenssicherung.
cm eigenkapital. Gut für das Unternehmen – auf die nächste Bilanz bin ich dann schon gespannt, ob und wie der Kauf der Studio Hamburg Filmtechnik wieder zu Aktivierungsmaßnahmen und Einzahlungen in die Kapitalrücklage führen wird. (Wobei ich jetzt fast vergessen hatte, dass die Cine Media Aktien ein prima Zahlungsmittel waren).
Eigentlich hatte ich doch gehofft, dass die Cine Möbse es besser geschafft hätten, Verbindlichkeiten reduziert, Eigenkapital (aus eigener Kraft) gestärkt, vielleicht doch einen Gewinn auszuweisen. Einen Verlust kann man nur vermuten, denn clevererweise würde man einen Gewinn nicht abführen, um die Bilanz nicht kosmetisch, sondern wirtschaftlich zu verbessern.
Am Ende stehen nun knapp 10.5 Mio EUR, die die Bavaria und deren Gesellschafter und die Bavaria Studios und Produktionsservice, sowie deren Gesellschafter in die Cine Mobil gesteckt haben. Bei einem Anlagevermögen von knapp 6.8 Mio (von denen 3.2 künstlich entstanden sind) ein latentes Risiko.
Die Bilanz der Cine Mobil findet man übrigens ganz öffentlich unter www.bundesanzeiger.de

zu ruhig

es ist zu ruhig geworden in den vergangen Wochen. Und einmal mehr fällt mir auf, dass die Unzufriedenheit über das System weit ausgebreitet ist. Während eher still und leise die Standorte der Cine Post in Köln und Hamburg seit 1.11.2013 einfach nicht mehr existieren, liest man hier und da zum Teil hoch interessante Artikel:
Der Spiegel schreibt am 26.10.2013 – Lammert rügt Qualitätsverlust im FernsehenWenn die Medien immer weniger ihrem eigentlichen Auftrag der seriösen Information nachkämen, stelle sich zunehmend die Frage, inwieweit das System der staatlichen Rundfunkgebühren noch gerechtfertigt sei. “ Wie recht er doch hat.
Unglaublich auch die Geschichte „Total demokratisch“ über die Selbstherrlichkeit des MDR. Kritische Fragen zum neuen Tatort aus Erfurt, die nicht den Gefallen des MDR fanden. Ein echtes Sinnbild über den Zustand der Sendeanstalten, insbesondere des MDR.
Auf Carta.info fand ich einen tollen Artikel über das Rebellieren der Kreativen und der fehlenden Transparenz.
Und am Wochenende berichtete die Welt über die Klage gegen den ZDF Staatsvertrag.
Das Problem ist überall das gleiche – Die Fernsehmacher setzen sich über alles hinweg, als gelten keine Regeln für sie und ihr Tun. Tatsächlich finden sich immer mal wieder neue kleine Gruppen, die das alles andere als toll finden, Transparenz fordern, Dinge verändern wollen. Was fehlt ist die zentrale Steuerung des Ganzen. Nicht mal die kleinen Gruppen schaffen es Gehör zu finden, es fehlt einfach eine Form des Zusammenschlusses. Eine zentrale Veranstaltung aller unzufriedenen Berufsgruppen, die vielleicht in ihrer eigenen Eitelkeit noch gar nicht gemerkt haben, dass es letztendlich immer auf das gleiche hinaus läuft.
Während die Produzenten sich an den EUROs erfreuen, die sich sparen mit den günstigen Angeboten der Sendertöchter Cine Mobil, De Facto, MCA, Studio Berlin, wundern sie sich über sinkende Produktionsbudgets ohne einen direkten Zusammenhang zu erkennen. Das Miteinander fehlt in dieser Branche, noch immer gibt es nicht eine einzige Gruppierung oder Verein, die dieses Dilemma in aller Deutlichkeit nach Außen trägt.
Vielleicht ist es einfach zu schön – das Arbeiten beim Film.