zu ruhig

es ist zu ruhig geworden in den vergangen Wochen. Und einmal mehr fällt mir auf, dass die Unzufriedenheit über das System weit ausgebreitet ist. Während eher still und leise die Standorte der Cine Post in Köln und Hamburg seit 1.11.2013 einfach nicht mehr existieren, liest man hier und da zum Teil hoch interessante Artikel:
Der Spiegel schreibt am 26.10.2013 – Lammert rügt Qualitätsverlust im FernsehenWenn die Medien immer weniger ihrem eigentlichen Auftrag der seriösen Information nachkämen, stelle sich zunehmend die Frage, inwieweit das System der staatlichen Rundfunkgebühren noch gerechtfertigt sei. “ Wie recht er doch hat.
Unglaublich auch die Geschichte „Total demokratisch“ über die Selbstherrlichkeit des MDR. Kritische Fragen zum neuen Tatort aus Erfurt, die nicht den Gefallen des MDR fanden. Ein echtes Sinnbild über den Zustand der Sendeanstalten, insbesondere des MDR.
Auf Carta.info fand ich einen tollen Artikel über das Rebellieren der Kreativen und der fehlenden Transparenz.
Und am Wochenende berichtete die Welt über die Klage gegen den ZDF Staatsvertrag.
Das Problem ist überall das gleiche – Die Fernsehmacher setzen sich über alles hinweg, als gelten keine Regeln für sie und ihr Tun. Tatsächlich finden sich immer mal wieder neue kleine Gruppen, die das alles andere als toll finden, Transparenz fordern, Dinge verändern wollen. Was fehlt ist die zentrale Steuerung des Ganzen. Nicht mal die kleinen Gruppen schaffen es Gehör zu finden, es fehlt einfach eine Form des Zusammenschlusses. Eine zentrale Veranstaltung aller unzufriedenen Berufsgruppen, die vielleicht in ihrer eigenen Eitelkeit noch gar nicht gemerkt haben, dass es letztendlich immer auf das gleiche hinaus läuft.
Während die Produzenten sich an den EUROs erfreuen, die sich sparen mit den günstigen Angeboten der Sendertöchter Cine Mobil, De Facto, MCA, Studio Berlin, wundern sie sich über sinkende Produktionsbudgets ohne einen direkten Zusammenhang zu erkennen. Das Miteinander fehlt in dieser Branche, noch immer gibt es nicht eine einzige Gruppierung oder Verein, die dieses Dilemma in aller Deutlichkeit nach Außen trägt.
Vielleicht ist es einfach zu schön – das Arbeiten beim Film.

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2 Gedanken zu „zu ruhig

  1. Natürlich ist es schön für Film und Fernsehen zu arbeiten. Es gibt dort halt nur einige, die sich über alles hinwegsetzen und in einer Art Größenwahn glauben, der Sender sei ihr persönliches Eigentum. Auf die wäre in einer noch schöneren deutschen Fernsehwelt gerne zu verzichten. Gleiches gilt übrigens für Produzenten, die sich durch „gewachsene Bindungen“ an die Auftrag gebenden Sender gebunden fühlen, deren Brot sie unverzichtbar essen und deshalb auch die redaktionellen Trash-Formate widerspruchslos umsetzen.

  2. Das Problem ist nicht das Nicht-Hinaustragen, sondern, dass es offenbar keine Sau interessiert. Es ist einfach keine Meldung wert, dass z.B. ein Berufsverband diese Machenschaften für untragbar hält, also beisst auch kein Redakteur an. Niemand glaubt, dass das jemanden ausserhalb dieser kleinen Branche interessieren könnte. Diese Ignoranz ist es, die mich an dem Punkt zur Verzweiflung bringt.
    (Das Arbeiten beim „Film“ war übrigens auch schon mal schöner!)

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