Bilanz Kosmetik

Na ist denn schon Weihnachten? Wir lieben die pünktlichen Bilanz Veröffentlicher – unsere geliebte Cine Mobil war fleißig und schnell. Wie schade, nach wie vor ist die Bilanz alles andere als transparent – Ein Ergebnis nicht rauszulesen, da muss man wieder warten bis die Bavaria Studios und Produktions Service ihre Bilanz veröffentlicht um möglicherweise eine Ahnung zu bekommen, wie Ratz und Rübe ihre Geschäfte im vergangenen Geschäftsjahr gewirtschaftet haben. Aber ein paar höchstinteressante Erkenntnisse kann man doch finden. Und da ist viel Bilanzkosmetik drin.

Da haben die Herren ja fleißig eingekauft im Jahr 2012 – und billig war es auch. Wie billig kann man nur erahnen, viel Luft für die erste kosmetische Korrektur: cm anlage zuschreibung
Wir stellen hier nicht die Frage warum entweder die Berliner Union Film, oder die Firma Panther ihren Equipment Park für nen Apfel und nen Ei verkauft haben, eine Zuschreibung, sprich eine Aktivierung um 3 Mio EUR sehe ich allerdings als deutliche kosmetische Operation. Das erlaubt eine deutliche Erhöhung der Bilanzsumme. Wozu das gut ist? Kennzahlen, die mikrige Eigenkapitalquote war eh nie ein Thema, aber der Verschuldungsgrad einfach viel zu hoch, das kann man mal locker und einfach korrigieren.
Die Eigenkapitalquote wurde auch gleich in Ordnung gebracht – wobei das weniger eine kosmetische Operation, sondern eine finanzielle Transaktion war. Die gute Mutter hat mal eben 3,2 Mio EUR in die Kapitalrücklage einbezahlt. Nachgeschossen, Überlebenssicherung.
cm eigenkapital. Gut für das Unternehmen – auf die nächste Bilanz bin ich dann schon gespannt, ob und wie der Kauf der Studio Hamburg Filmtechnik wieder zu Aktivierungsmaßnahmen und Einzahlungen in die Kapitalrücklage führen wird. (Wobei ich jetzt fast vergessen hatte, dass die Cine Media Aktien ein prima Zahlungsmittel waren).
Eigentlich hatte ich doch gehofft, dass die Cine Möbse es besser geschafft hätten, Verbindlichkeiten reduziert, Eigenkapital (aus eigener Kraft) gestärkt, vielleicht doch einen Gewinn auszuweisen. Einen Verlust kann man nur vermuten, denn clevererweise würde man einen Gewinn nicht abführen, um die Bilanz nicht kosmetisch, sondern wirtschaftlich zu verbessern.
Am Ende stehen nun knapp 10.5 Mio EUR, die die Bavaria und deren Gesellschafter und die Bavaria Studios und Produktionsservice, sowie deren Gesellschafter in die Cine Mobil gesteckt haben. Bei einem Anlagevermögen von knapp 6.8 Mio (von denen 3.2 künstlich entstanden sind) ein latentes Risiko.
Die Bilanz der Cine Mobil findet man übrigens ganz öffentlich unter www.bundesanzeiger.de

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