2013

ganz langsam kommt die Sentimalität des Jahreswechsels, und bevor wir uns alle in ein neues Jahr stürzen, wollte ich doch nochmal ein wenig zurückblicken. Und weil das Jahr 2013 nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat geht der Blick ein wenig weiter zurück. Der Blick auf die Geschichte ist nicht uninteressant, weil dadurch erst klar wird, wie stark das Wachstum der Cine Mobil in den vergangenen Jahren war.
Der Hauptblick allerdings geht auf die Bavaria. Diese wiederum hatte historisch aus alten Zeiten eine Tochter GmbH mit dem Namen Bavaria Production Services GmbH. Im Jahr 2004 kaufte diese die Firma Cine Equipment in Köln. Der gute Kollege hatte sich damals mit dem Bau einer Immobilie ein wenig verhoben und war eher gezwungen seine Bude zu verkaufen. Gemeinsam mit der Cine Media Tochter Licht & Ton nahm man den Standort Köln gerne in Kauf. Das mit Licht & Ton ging in Köln nicht so richtig gut und 2 Jahre später schloss Licht & Ton den Kölner Standort wieder. Die BPS allerdings blieb.
In München schickten sich die Kollegen Baumgart und Ratzinger an, ihre von dem alten Gustl Mayerhofer erworbene Cine Mobil ebenfalls zu verkaufen. Auch der Cine Mobil soll es damals nicht wirklich gut gegangen sein. Bis auf die Bavaria wollte niemand die damals etwas abgerockte Cine Mobil übernehmen. Dafür gab es einige Gründe. Wenig wirtschaftlicher Erfolg, ein etwas in die Jahre gekommener Equipment Bestand und 2 in der Branche gut bekannte Geschäftsführer, denen nicht jeder über den Weg traute. Es gibt eine Menge Geschichten über ihr Wirken bei den Firmen FGV Schmidle, Panther und dann eben Cine Mobil. Jede ist haarsträubend genug, aber keine wirklich belegt.
Im Jahr 2005 übernahm die BPS mit dem damaligen Geschäftsführer Marc Böckenförde die Cine Mobil, man zog in die Bavaria Lampenhalle, Ratz und Rübe behielten den Fuhrpark der Cine Mobil und führten diesen in die neu gegründete Movie Light GmbH. Im Jahr 2008 übernahm die Cine Mobil die komplette Film Abteilung der Licht und Ton GmbH. Sprich alle 16mm Kameras, die entsprechenden Optiken und das Zubehör. Warum sich die Cine Media auf diesen Deal eingelassen hatte bleibt bis heute ein Rätsel. Die Film Abteilung bei Licht und Ton war der beste Cash Bringer für die Firma, man hatte eine hohe Auslastung durch einen Konsortial Vertrag mit der Bavaria.
Damit aber war der Grundstein gelegt für das ungebremste Wachstum der Cine Mobil, finanziert mit den Millionen der Bavaria.
Im Jahr 2011 musste die Bavaria aufgrund von Presseberichten eingreifen. Jahrelang konnten Ratz und Rübe schöne Geschäfte mit sich selbst machen, LKW und Aggregat Vermietung vom feinsten – immerhin konnten sie sich knapp 1,5 Millionen verdienen, denn für dieses Geld übernahm die Bavaria im Jahr 2011 die Movie Light GmbH.
Im Zuge einer Neustrukturierung der Bavaria wurde die BPS im Jahr 2012 mit der Bavaria Studios zur Bavaria Studios und Productions Service GmbH verschmolzen. Damit war die Bavaria durch die neue Gesellschafter Struktur auch einen Teil Verantwortung los. Das ZDF mit 25,1 % und die bayerische Staatsbank LFA Förderbank Bayern mit 12,5 % waren plötzliche Miteigner geworden.
2011/2012 übernahm die Bavaria die Firma Panther Rental. Noch heute fragen sich viele Insider, warum die Familie Fitz ausgerechnet an die Bavaria verkauft hat. Nach Aussage beteiligter Personen soll es ein deutlich besseres Angebot eines anderen Mitbewerbers gegeben haben. Ob irgendwelche „Leichen“ im gemeinsamen Keller von Baumgart, Ratzinger und Fitz der Grund waren, niemand will sich dazu äußern. Warum aber verkauft jemand eine Firma dann doch deutlich unter Preis?
Noch im gleichen Jahr konnte sich die Cine Mobil auch noch den Rental Bereich der Berliner Union Film schnappen. Ein Schnellkauf sozusagen, Mitarbeiter und Geschäftsführer der Bufa waren völlig überrascht, als die Nachricht vom Verkauf eintrudelte.
Und 2013? der kurioseste Handel überhaupt – leider in der Presse und Öffentlichkeit viel zu wenig gewürdigt. Die Cine Mobil kauft den Rental Bereich von Studio Hamburg. Bezahlt wird größtenteils mit Aktien der Cine Media AG, die ein paar Monate später Insolvenz anmelden muss. Ein gehöriger finanzieller Schaden für Studio Hamburg, ein Reibach für die Bavaria. Es ist nicht bekannt, ob irgendein Verantwortlicher bei Studio Hamburg für dieses Desaster zur Rechenschaft gezogen wurde.
Schaut man über alle Deals die so gelaufen sind, jeder wirft ein paar Fragezeichen an die Wand. Und schaut man noch etwas um die Ecke fallen die Fragezeichen mit ihrem ganzen Gewicht schon von den Wänden.
Mit dem Aufbau der D-facto Motion GmbH als Dienstleistungstochter im Bereich Post Produktion ist die Bavaria mit verantwortlich für den Niedergang der Cine Media. Böse Zungen sprechen von Sozialisierung von Pensionsansprüchen, deren es eine ganze Menge in der Cine Media gab. In die Cine Media wurde ja mal der Kopierwerksbetrieb der Bavaria mit eingebracht. Bisher folgenlos blieb das Engagement des Geschäftsführers der D-Facto Motion in einer eigenen privaten GmbH. Ob hier irgendwelche Geschäfte untereinander abgewickelt werden ist auch gänzlich unbekannt.

und was wünschen wir uns für das Jahr 2014? Transparenz ist das große Ziel. Wir wollen das Leid tatsächlich lesen können, so wie die unglaublichen Verluste der MCA in Leipzig, der Media Mobil in Halle und von Studio Hamburg. In gewisser Weise alles verbrannte Gebühren Millionen.

Ich wünsche Euch allen einen prima Start !

„Stinkende Fische“

Hans Hoff, seines Zeichens Medienjournalist schrieb am vergangenen Sonntag in seiner Kolumne Das Hoff zum Sonntag über seine Sicht zum Öffentlich Rechtlichen Dilemma. Er schreibt von unzureichender Aufsicht, von Rundfunkräten, die als Laienspielschar keine Ahnung davon von dem haben, was sie beaufsichtigen wollen. Jedes Mitglied des Rundfunkrats erhält laut Hoff einen Betrag von um die 1.000 EUR.

Nicht minder interessant finde ich, was die Bavaria Aufsichtsräte so tun und kassieren – auf 300.000 EUR im Jahr 2012 belaufen sich die Aufwendungen für den Aufsichtsrat. Kein schlechtes Geld für die Damen und Herren, die was auch immer beaufsichtigen.
aufsichtsrat

Die Namen der Aufsichtsräte sind natürlich nicht geheim – es sind dies derzeit:
Monika Piel (Vorsitzende)
Dr. Otto Beierl (Stv. Vorsitzender)
Peter Boudgoust (Stv. Vorsitzender)
Dr. Karl Gerhold
Monika Grüning
Marc Haug
Walter Hölzl
Martin Hülskamp
Marianne Hundsöder
Michael Kroemer
Verena Kulenkampff
Bernd Lenze
Alfred Spitzer
Hans-Albert Stechl
Albrecht Stolle
Herbert Tisler
Ulrich Wilhelm
Prof. Dr. Karola Wille

18 Personen – macht letztendlich pro Person 16.666,66 EUR für 2012.