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mehr per Zufall bin ich heute auf eine mir noch nicht bekannte Seite gestoßen. http://www.online-boykott.de.
Ganz aktuell ist diese Mitteilung http://online-boykott.de/ablage/20140126-grundversorgung/grundversorgung-bavariafilmgmbhv2.pdf.
Wer sich mit dem verlinkten Artikel ein wenig intensiver befasst, der kommt zwangsläufig ins Grübeln. Wie konnte sich nur ein solches fast nicht mehr zu durchschauendes Geschwür überhaupt bilden. Da haben eine Menge Menschen versagt. Obwohl, und das ist das eigentlich frustrierende daran, viele Menschen auf die Problematik hingewiesen haben.
Der ehemalige Vizepräsident des Rechnungshofs Baden-Württemberg Gerhard Gößler hat in einem ausführlichen Artikel auf die Problematik der Sendertöchter schon im Jahr 2007 hingewiesen.
Sehr zielführend ist alleine dieser kurze Abschnitt:
beteiligungsprüfung.

und auch die Produzenten Allianz hatte zumindest mal folgendes in ihrem Forderungskatalog aufgeführt:
Forderungen Prod Allianz

auf zur fröhlichen Geldverbrennung

hamburg open
am 23.1. ist es wieder soweit. Studio Hamburg und Töchter laden ein zur Sause – “ wo gehen denn die ganzen Gebührengelder hin“. Machen Sie sich ein Bild von dem 500.000 EUR Studio „Hollywood in Hamburg“ und genießen Sie gleich beide Kolosse an einem Tag. Die Cine Mobil eröffnet die mit den Gebührengeldern umgebauten Räumlichkeiten mitten auf dem Studio Hamburg Gelände.opening
Und das beste ist – auf dem gesamten Studio Hamburg Gelände, auch in der Kantine können Sie an diesem Tag alle Leistungen mit Cine Media Aktien bezahlen.

das 300 Mio Baby

es geht ums Geld, es geht immer nur um Geld – nur in dieser Branche kann man noch diese verbliebene Romantik von schönen Filmen und roten Teppichen gleich mitverkaufen.
Die Bavaria Filmpartners machen das auf ihre besondere Art – „DFFF – The 300 Mio Baby“ schreiben sie auf ihrer Webseite. Öffentlich rechtliche Sendertochter Enkelin, und sie übernehmen die ganze Arbeit. So locken wir ausländische Produktionen ins Land, die mit vielen Millionen hier versorgt werden, gestiftet von den diversen Förderinstrumenten dieser Republik, mit der Hoffnung die Wirtschaft in diesem unseren Lande anzukurbeln. Dass davon nicht viel in der Wirtschaft ankommt versteht sich von selbst, die Bavaria sorgt dafür, dass alles über sie geregelt wird. Studios, Equipment, am besten auch gleich Personal. Da wird ein hoher Aufwand betrieben, der am Ende nur den Investoren und der Bavaria nutzt. Die deutsche Filmwirtschaft hat am wenigsten davon.
Spannend wird es besonders dann, wenn die Bavaria als Koproduzent einsteigt. Wie zum Beispiel beim Projekt „Coming In“ der Produktionsfirma Film House Germany. Aufsichtsratsvorsitzender der Film House Germany ist kein geringerer als Christian Angermeyer. Bekannt wie ein bunter Hund könnte man auch sagen, zumindest in den Kreisen, in denen es meist um Geld, bzw um viel Geld geht. Das Handelsblatt schreibt : Die Geschäfte des feinen Herrn A.: Unbezahlte Rechnungen, Kurse, die erst steigen und dann abstürzen, flüchtende Aktionäre: Christian Angermayer, einst eine glamouröse Figur der Finanzszene, wird entzaubert – und das gründlich. Ein Lehrstück für Anleger..
Ein Mensch, wie geschaffen für die deutsche Filmszene.
Interessant, wie so ein Deal mit öffentlich rechtlichem Geld ablaufen könnte. Die Bavaria Filmpartners gehen mit einem Koproduktionsanteil von sagen wir mal 400.000 EUR in das Projekt. Davon erbringen sie 25% als Bar Anteil. Der Rest wird in Form von Dienstleistungen wie Postproduktion und Equipment Miete erbracht. Da die Film Partners aber kein Geld auf dem Konto haben, lassen sie sich diese 100.000 von den (natürlich internen) Dienstleistern D Facto und Cine Mobil in cash bezahlen. Quasi als Anzahlung auf ein möglicherweise irgendwann lukratives Geschäft, wenn Herr Angermeyer sich nicht wieder vorab aus dem Staub macht.
Den Schaden haben eigentlich die Sender. Hier würde ja in solch einem Fall Geld entzogen, dass die Mutter Bavaria Studio und Produktion Service GmbH als Verlustausgleich wieder bezahlen müsste.
Vielleicht sind sie einfach schlecht beraten, die Entscheider in der Bavaria, kein mittelständischer Unternehmer würde sich auf solch eine Konstruktion, geschweige denn auf solche Personen einlassen.

freie Bahn für Rohnke

nach nur 8 Jahren verlässt Matthias Esche als Geschäftsführer die Bavaria Film. Verstanden haben sich die 2 Geschäftsführer nie richtig gut, kommuniziert haben sie, so wird gemunkelt, in erster Linie schriftlich über ihre Sekretariate. Esche, der sich um die Produktionsseite der Bavaria kümmerte war nicht so sehr einverstanden mit dem Weg, den der Manager Achim Rohnke mit der Bavaria eingeschlagen hatte. Gerne würde ich wissen, wie Herr Esche zu den Themen Cine Mobil, D Facto Motion, Bavaria Studios & Produktion Service GmbH stand. Jetzt aber wird der Widerstand geringer.
Vor seinem Antritt als Geschäftsführer der Bavaria im Jahr 2008 war Rohnke Geschäftsführer der WDR Media Group GmbH, der kommerziellen Tochter des WDR. Dort konnte er Erfahrungen sammeln mit etwas unklaren privaten Verstrickungen. Zu dieser Zeit hatte die WDR Media Group eine ganz besondere Konstellation: Die Chefs des damaligen Aufsichts- und Verwaltungsrats Grätz und Jörder hielten bis 2010 Beteiligungen in Höhe von knapp 10% genau an dieser GMBH, wie die SZ im Mai 2010 berichtete. Und das war die Zeit von Achim Rohnke. Ob er was gelernt hat?