an den Intendanten des NDR, Lutz Marmor

Sehr geehrter Herr Marmor,

am kommenden Dienstag nehmen Sie an der Veranstaltung Disput der Deutschen Akademie für Fernsehen
„Vertrauen ist gut – Muss die Kontrolle besser sein?“ Über die sinnvolle Verwendung der Rundfunkabgabe
teil. Das finde ich sehr spannend.
In der Bilanz der Studio Hamburg GmbH für das Jahr 2011, die am 12.9.2012 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, kann man nachlesen, dass die Produktionsfirmen der Studio Hamburg GmbH im Jahr 2011 zusammen einen Gewinn von fast 19 Millionen EUR erwirtschaftet haben.
Leider konnte dieser Gewinn nicht dem beherrschenden Sender NDR ausgeschüttet werden, weil wiederum die Technik Firmen der Studio Hamburg GmbH knapp 13 Millionen EUR Verlust erwirtschaftet haben,
Aus der Presse konnten wir erfahren, dass im Jahr 2012 der Verlust der Studio Hamburg Gruppe gar in einen 2 stelligen Millionen Bereich gerutscht ist. Leider konnten wir trotz intensiver Suche die Bilanz für das Wirtschaftsjahr 2012 nirgends finden, was uns tatsächlich ein wenig wundert, da es ja kaum Gründe geben kann, warum ausgerechnet für das Jahr 2012 noch keine Bilanz veröffentlicht wurde.
Darf ich Sie noch an einen Satz erinnern, den Sie selbst mal von sich gegeben haben?
“Mich hat Herr Prof. Schellhaaß ein klein wenig mit einem Grußwort provoziert, als er sagte, die Rundfunkanstalten müssten sich jetzt mal langsam beschäftigen mit Stichworten wie angemessener Finanzierung ihrer Tochtergesellschaften, Eigenwirtschaftlichkeit, struktureller Separierung etc. Da scheint mir manchmal noch ein Bild vorzuherrschen, das werfe ich niemandem vor, ich will es nur klarstellen, das der Realität in den öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten schon lange nicht mehr entspricht. Ich denke nur einmal an meine Hamburger Zeit beim NDR, da gibt es das große Studio Hamburg, an dem der NDR mit 100% Gesellschafter ist. Selbstverständlich haben wir dort schon damals all dies beachtet, ohne EU, auch ohne die Rechnungshöfe, die da nicht reingeguckt haben. Das ist doch in unserem ureigenen Interesse. Warum haben wir denn Tochtergesellschaften? Die haben doch den Zweck strategische Optionen offen zu halten, nicht abhängig vom Markt zu werden,…..
Das zweite ist, die Tochtergesellschaften müssen wirtschaftlich sein. Es macht doch überhaupt keinen Sinn, wenn wir das nicht beachten würden. Das wäre ja gegen die eigenen Interessen. Auch Quersubventionierung wäre für uns schon ein Schaden, eine Verzerrung von Ergebnissen….”

So richtig ist mir leider nicht klar geworden, was Sie damit meinen, es hat fast den Eindruck, Sie hätten es einfach so dahin gesagt und nicht daran gedacht, was man so in den Bilanzen der Studio Hamburg GmbH finden kann.

Ich wünsche Ihnen gute Argumente für den kommenden Dienstag.

Ihr Franz Jammer

Advertisements

4 Gedanken zu „an den Intendanten des NDR, Lutz Marmor

  1. Vielen Dank!
    Das klingt ja erst einmal gut: „Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und das Video zeitnah auf der Webseite der Akademie unter http://www.deutscheakademiefuerfernsehen.de bereitgestellt.“

    Aber die Besetzung des Podiums ist ja lustig: Es soll um die Kontrolle des ÖRR gehen, aber kein Kontrolleur sitzt dabei! Weder jemand aus einem Landesrechnungshof noch ein Rundfunk- oder Verwaltungsratsmitglied eines Senders.
    Bin mal gespannt, was man sich dann da so erzählt … 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s