vor lauter Bäumen

seh ich den Wald nicht mehr. mein Schreibtisch ist ein Wust von Papieren, Jahresabschlüssen der Studio Hamburg Gruppe, Bericht des Bayerischen Rechnungshofs und jetzt kommt auch noch die Bavaria da her. Alleine was fehlt ist Zeit und die gibt es nicht zu kaufen. Kann nur um Geduld bitten, und Lektüre empfehlen – so zum Beispiel den oben angesprochenen Bericht des ORH Bayern zum Finanzdesaster des Bayerischen Rundfunks. Am Ende wird es da spannend, wenn es um Bavaria und Co geht, um Geschäftsführergehälter, angemessene Eigenkapital Ausstattungen und und und.
Und wenn auch der Jahresabschluss der Bavaria Studios und Production Serice GmbH noch nicht veröffentlicht ist – ein kleiner Hinweis findet sich ja doch in der aktuellsten Bavaria Bilanz:Bsps2
Der Stoff geht nie aus – das ist was mich zur Zeit etwas frustriert, nicht das schreiben zu können, was ich gerne schreiben würde.

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was gibt es zu verbergen?

ich hatte mich auf den Tag gefreut – der Taschenrechner und die Stifte lagen bereit – heute morgen war es soweit – mein Email Account gab Nachricht :
Beim Unternehmen „Studio Berlin Adlershof (SBA) GmbH“ gibt es folgende Meldungen:
• Jahresabschluss
Bringen Sie sich auf den neuesten Stand!

doch die Enttäuschung war groß:
SBA

was gibt es denn zu verbergen? Alle Anzeichen und bisherigen Meldungen zeigten doch – ja die Entwicklung ist gut, wir haben den Laden im Griff und nochmehr Geld werden wir nicht brauchen zum Verbrennen. Ich hätte gerne mich an der Erfolgsmeldung „Wir sind wieder im grünen Bereich“ erfreut.

Jetzt heisst es warten – auf die Bilanz der Studio Hamburg Gruppe und Rätselraten, was uns da vorenthalten werden soll.

Aufreger

ein paar Opfer müssen schon sein, liebe Zweikampfhasen, sonst kriegen wir den NDR nicht mehr in die Spur.
Ihr müsst berücksichtigen, dass der NDR einige Millionen investieren musste um Studio Hamburg wieder in die Spur zu bringen. Ich bin zwar noch nicht ganz sicher ob das alles so gelingt, aber ein Versuch sollte es doch wert sein.
Ein wenig solidarische Beteiligung wäre da schon angebracht!

Aus für die Askania

es gab schon traurigere Momente als die Verkündung des Askania Media Endes. Das ist ja fast wie Weihnachten. Der Wunschzettel ist aber länger und abgesehen von den Forderungen diverser Verbände doch noch mehr Firmen dichtzumachen beschränke ich mich erstmal nur auf diese kleine Liste, lieber Weihnachtsmann:

– MCA Leipzig (unwirtschaftlich)
– Media Mobil (unwirtschaftlich)
– Studio Berlin Adlershof (unwirtschaftlich)
– Cine Mobil (unwirtschaftlich)

Studio Hamburg und Stefan Raab

was Stefan Raab und Studio Hamburg miteinander zu tun haben? Ach irgendwie nix, außer der Tatsache, dass Studio Hamburg mit dem Kauf der Park Studios Anfang des Jahres vielleicht einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Denn mit dem Abgang von Stefan Raab gehen auch eine ganze Menge Sendungen, die Raab so moderierte – und die wurden alle aufgezeichnet mit dem Ü Wagen der Kölner Video Company, der Tocher der Park Studios Potsdam und inzwischen Teil der Studio Hamburg Gruppe.
Hätte die Bavaria noch Cine Media Aktien könnten sie ja wieder einen Deal mit Studio Hamburg wagen, die Bavaria braucht ja auch wieder einen Ü Wagen, nachdem das Engagement bei HD Signs auch nicht gerade der Brüller ist. Wie man hört findet bei HD Signs bereits der Ausverkauf statt.
Sind schon klasse „Macher“ diese ÖR Töchter Manager….

wie lange noch (oder kann das weg?)

schauen die Aufsichtsräte und andere Kontrollorgane eigentlich noch zu? Etwas mulmig war mir heute morgen zu mute, als ich folgende Information bekam: Beim Unternehmen „Media Mobil GmbH“ gibt es folgende neue Meldungen:
• Jahresabschluss. Ich bin kein Freund von Schadenfreude, aber ich freue mich natürlich immer dann, wenn meine Annahmen durch die Realität bestätigt werden.
MM1
noch mal ne halbe Mio weg – negatives Eigenkapital in Höhe von 2,4 Mio, davon 1,6 Mio ungedeckter Fehlbetrag. Das wird nix mehr, lieber MDR, liebe Drefa – wenn Sie noch Hoffnung hatten, der Laden zieht sich wieder aus dem Dreck, vergessen Sie es. Ihre Darlehen? Abschreiben bitte – tut einmal weh und dann nie wieder, denn die Sicherungsübereignung der per Darlehen gekauften Geräte ist wertlos, in echt. Wenn Sie Glück haben kriegen Sie für das Equipment der Media Mobil noch 20% des Darlehens – dann aber sollten Sie schnell sein, denn Technik veraltet zu schnell – beim nächten Mal versuchen Sie es mit Tilgung, in der Höhe, wie es abgeschrieben wird, dann gäbe es die Chance noch stille Reserven aufzubauen.
5,9 Mio EUR Darlehensverbindlichkeiten an die DREFA / Studio Hamburg, sprich an MDR und NDR, schade um das Geld. MM2.
Um auf die im Titel gestellte Frage zurückzukommen – Media Mobil – eigentlich kann das weg.

neidische Blicke

werfen die mittelständischen Dienstleister aus Thüringen derzeit auf die gerade veröffentlichte Bilanz der MCS Thüringen. Eine dreiviertel Million EUR Gewinn, das kann sich sehen lassen. Es hat den Anschein, dass in Thüringen gute Geschäfte zu machen sind. Warum die anderen Dienstleister, die derzeit mit einem Hilfeschrei auf ihre eigene Situation aufmerksam machen, es nicht schaffen der MCS eine marktwirtschaftlich ordentliche Konkurrenz zu machen wird kaum an ihrer Unfähigkeit liegen.
Sofern deren Gagen tatsächlich so am Existenzminimum liegen stellt sich die natürliche Frage, wie kann dann die MCS in diesem Segment Geld verdienen? Vielleicht tut sie das gar nicht, das vermute ich mal – es gibt ja lukrative Geschäftsbereiche, in denen sich kein weiterer Konkurrent tummelt – wie zum Beispiel der technische Sendebetrieb des Kinderkanals. Oder auch die Postproduktion diverser Formate der volkseigenen Betriebe und Anstalten wie Saxonia und MDR.
Schöne Sätze, die man in diesem Jahresabschluss lesen kann:
– Für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft sind die Gebührenentwicklungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, insbesondere des MDR und KIKA, existenziell wichtig.
– Im Januar 2009 wurde gegen den im Geschäftsjahr 2008 erhaltenen Bescheid der Deutschen Rentenversicherung Bund (im Folgenden DRV Bund) über nachgeforderte Sozialbeiträge, nach einer den Zeitraum 1.
Januar 2001 bis 31. Dezember 2006 umfassenden Betriebsprüfung, Klage beim Sozialgericht Gotha eingereicht. Im Geschäftsjahr 2014 haben Verhandlungstermine vor dem Sozialgericht Gotha stattgefunden.
Die überwiegenden Fälle wurden zu Gunsten der Gesellschaft entschieden und sind in erster Instanz abgeschlossen. Die DRV Bund hat in allen Fällen Berufung vor dem Landessozialgericht in Erfurt eingelegt.
– Für das Geschäftsjahr 2015 geht die Gesellschaft von einem gleichbleibenden Auftragsvolumen der beiden Hauptauftraggeber MDR und KIKA aus. Umsatzsteigerungen sind durch die erfolgten Erneuerungen
und Erweiterungen der Hörfunk- und Fernsehtechnik zu verzeichnen.
– Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 6.721.000 EUR

In den diversen Presse Veröffentlichungen zum Thema Bavaria, Studio Hamburg, Filmdienstleister, Kartell Ermittlungen in den vergangenen Wochen habe ich unter anderem folgende Worte immer wieder gelesen:
Quersubventionierung, Auftragsvolumen und Kalkulationen im geschützten Raum,….. jetzt endlich weiss ich was damit gemeint ist.